Hinter den Kulissen

Vom ersten Versuch bis zum – hoffentlich – letzten Ergebnis

Ich erzählte ja, wie sehr gerne ich mich um meine Cover kümmere. Vielleicht darf ich auch zugeben, wie wenig zufrieden ich aus heutiger Sicht mit den ersten Versuchen war. Vermutlich hätte ich ein fertiges Cover gekauft, hätte ich nur eines gefunden, das zumindest ungefähr meinen Vorstellungen entsprach. Also habe ich mich durchgemogelt.

Wie wäre es also mit einem Rückblick auf Lilys erstes Erscheinen? Die Film-Reihe ist albern, lustig, märchenhaft und das sollte das Titelbild auch vermitteln. Was wirklich, wirklich schwierig für mich war.

 

Das erste Cover war wirklich, wirklich mit nächtelanger Arbeit verbunden und ich mochte, dass es wirkte, als stamme es aus den Fünfzigerjahren, wenn das auch gar nicht zur Geschichte der Zeit passte. Aber trotzdem versprach es nicht so ganz das, was es verbarg.

Ich dachte, vielleicht müsste ich auf Authenzität vollkommen verzichten, zumal in dieser Geschichte – im Gegensatz zu Emma – die Zwanzigerjahre eine nicht ganz so bedeutende Rolle spielen. Ich suchte also nach Silhouetten, die irgendwie zur Zeit und zum Thema Film passten. Und die Tänzerin kam in verschiedenen Ausführungen, also kaufte ich die Grafiken und bastelte. Aber kaum hatte ich dieses Cover in Verwendung, da störte ich mich an dem Schwarz, das so gar nicht zu mir passte. Ich spielte weiter, vergrößerte die Silhouette, ließ sie heller werden, färbte sie ein, entfärbte sie – doch was ich auch tat, es war noch immer nicht die Lily, die mir vorschwebte.

Weiter ging es mit anderen Grafiken, doch was ich auch versuchte, es wollte nicht werden. Ich orientierte mich an den Covern britischer Chick-Lit, aber mit den knalligen Farben konnte ich auch nicht warm werden, wenn mir auch das fröhliche Pärchen gut gefiel. Wieder verbrachte ich Nächte mit dem Laptop, fügte Glitzer hinzu, Licht, Schatten, was immer mir einfiel. Und war für einige Wochen durchaus zufrieden – immerhin zeigte es die Albernheit und die Zeit des Romans.

ABER, aber, aber es nagte doch weiterhin an mir: Wenn meine Lily auch einen wunderbaren Mann an ihrer Seite hat, ist doch sie die Hauptperson und sollte sich das Scheinwerferlicht nicht teilen müssen. Und das kurze Kleidchen mag neckisch aussehen, aber die Vintageliebhaberin und -puristin in mir weinter bitterliche Tränen. Weshalb ich also endlich mir die Zeit nahm, von vorne zu beginnen. Es traf sich günstig, dass Gatte und Söhne so viel Unruhe über mehrere Tage verbreiteten, dass an vernünftiges Schreiben eh nicht zu denken war – das schaffte mir also die Entschuldigung fürs Spielen. Wie für Emma auch suchte ich in meinem Schnittmusterarchiv und in gemeinfreien Werken nach Modezeichnungen, die ich so bearbeitete, wie ich es im letzten Beitrag beschrieben habe. Dazu kaufte ich Grafiken, die dem Art Deco nachempfunden sind und sonnige Urlaubsorte darstellen. Jetzt wurde es langsam – zumindest für mein Empfinden. Die Buntheit macht mir Laune, Lily ist elegant, wie eine Filmdiva es sein sollte, das Cover sieht nach Sommergeschichte aus – Mission hoffentlich endlich erfüllt.