Lesetipps

Meine Lesetipps Sommer 2019

Seit ich vier Jahre alt bin, lese ich. In letzter Zeit nicht mehr drei Bücher in der Woche, sondern vielleicht eines im Monat – aber das muss dafür gut sein. Was also gefiel mir in diesem Sommer?


Dieser Roman – ebenso wie der nachfolgende – ist verlagsunabhängig veröffentlicht worden und beweist: Ja, das kann eben doch auch richtig gut sein.

Hier war es wahrhaftig das Cover, das mir zuerst auffiel, Klappentext und Leseprobe stimmten mich fröhlich und schon hatte ich die Geschichte auf meinem Kindle und las. Hintereinander weg und mit viel Vergnügen, wobei ich ständig das eigentümliche Gefühl hatte, einer Schwester im Stile begegnet zu sein. Ich las probehalber dem Gatten und der besten Freundin vor und beide glaubten, es müsse wohl von mir stammen. Hmm, das war etwas gruselig und sollte jemand die Autorin persönlich kennen, so würde ich gerne um Kontaktvermittlung bitten.

Um was geht es? Ein junge Dame des 19. Jahrhunderts – auch hier eine Ähnlichkeit zum nächsten Buch auf der Liste – will sich nicht recht abfinden mit dem, was die Gesellschaft von ihr erwartet. Und so schlüpft sie in eine Hosenrolle, was einige Komplikationen mit sich bringt – wie der Titel es schon impliziert. Es gibt viel zu Schmunzeln, manches zum Lachen, dennoch gelingt es der Autorin, die Zeit lebendig zu machen.


Anna Stern erzählt die Geschichte der jungen Berlinerin Auguste, die feststellt, mit dem ihr zugedachten Lebensweg nicht einverstanden zu sein. Doch so leicht schert es sich nicht aus, schon gar nicht, wenn die Gefühle in eine Richtung gehen, die wegführt vom sicheren Ehehafen.

Ich selbst mag es zwar gerne weniger schicksalsgebeutelt, aber das spielte beim Lesen ausnahmsweise einmal keine Rolle. Dieser Roman gefiel mir deshalb , weil die Autorin mit Sprache umzugehen vermag und die Gefühle ihrer Figuren zwischen den Zeilen erlebbar werden.

Für Liebhaberinnen dramatischer Romane ist diese Geschichte der perfekte Einstieg in eine Trilogie, die sich bis in die 1940er erstreckt.


Weiter geht es mit einem Klassiker in ganz neuem Gewand – in mehreren Teilen kommt Pride & Prejudice als Comic für das Kindle-Tablet.

Die Charaktere sind mitunter etwas zu comic-normschön gezeichnet (sprich: sie sehen schon mal ordinär aus) und der Aufbau orientiert sich deutlich mehr an der bekannten BBC-Verfilmung als am Original, aber wie gesagt, das macht schon mal Spaß.

Bislang habe ich allerdings nur den ersten Teil angeschaut, die anderen hebe ich mir für die Krank-im-Bett-Tage auf, die im November bestimmt auf mich lauern.


Ich habe diesen – sehr kurzen – Krimistart in eine neue Serie auf Englisch gelesen, allerdings erscheint er Ende August auch schon auf Deutsch; beide Versionen werden von Bastei BEtrhrilled verlegt.

Ein junges Ehepaar – er Brite, sie Amerikanerin, beide mit einer Geheimdienstvergangenheit, die sich vermutlich als nicht so vergangen erweisen wird – zieht nach England und richtet sich zunächst notgedrungen bei einer Tante ein. Ein Mord, ein Diebstahl – schon sind sie mitten in einer Ermittlung.

Platz für viel Charakter oder Zeitkolorit bleibt nicht, es geht alles recht flott und routiniert von der Hand. Aber der Roman spielt in den Zwanzigern und liest sich entzückend – was will die Freundin gemütlicher Kriminalromane mehr?


Und nun noch ein Werk, das für all diejenigen interessant sein dürfte, die entweder die gleichnamige Ausstellung (2012?) gesehen hatten, sich für die Mode des Dritten Reichs (und allem, was damit zu tun hat) interessieren oder die einfach einmal in ein neues Interessengebiet linsen möchten.

Das Ding ist ein schwerer und großer Wälzer, also nichts, was man sich mit ins Bett nimmt. Das gibt das Thema auch nicht her. Natürlich lässt sich in eleganten Kleidern, männlichen Anzügen, niedlichen Kinderkleidchen schwelgen, man kann Modefotografien und künstlerische Zeichnungen bewundern, aber vor allem geht es um die Geschichte der Kleidung, ihre Bedeutung und ihre Herstellung. Da ist von der Schuhteststrecke in einem KZ ebenso die Rede wie von BDM-Uniformen und Bezugscoupons.

Das Werk gibt es nur selten in den Onlineshops, es lässt sich aber gut und sehr unkompliziert über die Museumsseite selbst bestellen.


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