Der elegante Tod

„Nein, nein, nicht noch mehr von diesem Gebräu. Ziehen Sie sich aus.“
Sprachlos trat Emma einen Schritt zurück.
„Nun, machen Sie schon, es eilt mir sehr!“

Gerade eben erst hat Emma ihre zweite Stelle angetreten und schon steht sie im Unterkleid vor ihrem Chef – offenbar gibt es neben dem Umgang mit Lieferanten und Kundinnen noch vieles mehr, das sie lernen muss. Dann findet sie eine Tote. Bald stellt sie fest, dass das Trauma Erster Weltkrieg weit mehr Menschen belastet, als sie glaubte. Dabei wird deutlich, wie ungleich die Gesellschaft mit den Ängsten der Männer und denen der Frauen umging – und es auch heute noch tut.
Auch im dritten Band um Fräulein Schumacher kommen weder Spannung noch Humor und Romantik zu kurz. Noch immer befinden wir uns Bonn, mittlerweile im März 1927. Nicht mehr gar so leise deuten sich die kommenden Jahre an, doch noch geht es aufwärts mit der jungen Republik ebenso wie mit Emmas Selbstvertrauen.

Dieser Kriminalroman bezaubert Leserinnen und Leser, die es unblutig mögen, aber nicht oberflächlich. Wer in eine vergangene Welt eintauchen möchte, begleitet von sympathischen Figuren, wer sich an Sprache und Sprachwitz erfreuen mag, verbringt mit Emma sicherlich angenehme Stunden bei Tee und Gebäck auf der Chaiselongue.



Von der Kosmetik zur Mode. Gibt es auch da Überschneidungen mit meiner eigenen Biographie?

Ein wenig, ja. Es heisst nicht umsonst, man solle von dem schreiben, was man kennt. Mittlerweile komme ich leider nicht mehr dazu, aber ich habe jahrelang meine Kleidung selbst geschneidert und sogar die Schnittmuster dafür entworfen und gezeichnet und auch die passenden Pullis und Jacken gestrickt – alles im Stil der 1930er und 40er Jahre. Dazu haben meine Großtante und meine Tante in der schneidernden Zunft gearbeitet, es lag also dieses Betätigungsfeld für Emma nahe.

Es ist übrigens die weissnähende Großtante die echte Tante Tinni gewesen und die in diesem Buch auftretende Gertrud Schmickler war im wahren Leben ihre ältere Schwester. Beide waren geborene Feuerhahns, weshalb ich für Gertrud ihren zweiten Ehenamen gewählt habe. Aber das ist eine andere Geschichte, die vielleicht irgendwann einmal in einem Abenteuer Emmas zur Sprache kommen mag.