• Die Geschichte der Frauen

    Schönheit: Des Zwistes 3. Teil

    Maria Stuart war nun also die Flucht aus ihrer Haft gelungen und stand auf englischem Boden und wir mit ihr. Schauen wir mal, ob wir wieder hinein finden in die Geschichte. Dass sie dort stand, wird – wen wundert’s – ganz unterschiedlich gewertet: als plumper Versuch, die englische Krone zu ergattern, als Dummheit ohne Boden, als Verzweiflung ohne Ende oder schlicht als Naivität. Vielleicht war es von allem ein wenig, vielleicht aber auch ein Beweis dafür, dass Maria es in den letzten Jahren doch ernst nahm mit ihrem Versuch, eine Versöhnung, eine Freundschaft zwischen sich und ihrer Cousine Elisabeth herzustellen – so unwahrscheinlich erscheint mir das nicht: wir haben gesehen,…

  • Die Geschichte der Frauen

    Schönheit: Marie Antoinette – von Wien nach Paris

    Vor 222 Jahren, zweieinhalb Wochen vor ihrem 38. Geburstag, verlor Marie Antoinette ihren Kopf zum letzten Mal. Und ist damit die dritte Königin in meiner Schönheitsreihe, die eines gewaltsamen Todes starb. Doch während Anne Boleyn und Maria Stuart als Königinnen und in einer ungefähren Privatheit starben, eingehüllt in morbide Würde und dem Bewußtsein historischer Bedeutung, wurde Marie Antoinette einer blutberauschten, feindlichen Menge vorgeführt. Doch nicht nur der Tod verbindet diese drei Frauen: Frankreich mit seiner Kultur, seiner Mode, seiner Redekunst spielte eine wichtige Rolle für jede von ihnen. Dazu wurden und werden alle drei bis heute als Schlampen, als unsittliche und egoistische Weibsbilder beschimpft und verleumdet. Im Falle Marie Antoinettes…

  • Die Geschichte der Frauen

    Schönheit: Marie Antoinette – von Paris nach Versailles

    Versailles, das Schloß, seine Gärten und Parks sind Pracht, Perfektion und Pomp. Sein Hof ist frivol, bigott, geistreich: ein Bonmot zählt mehr als Freundschaft, Affären sind prickelnder Zeitvertreib und Spiel mit dem Feuer – manchmal treffen Hohn und Spott die Betrügenden, machmal den Betrogenen und zerstören Karriere und Fortkommen. Doch was an der Oberfläche spielerisch, unmoralisch erscheint, ist durch ungeschriebene Gesetze streng geregelt; was dem einen recht ist, ist dem anderen noch lange nicht billig. Ein jedes Mitglied dieser Gesellschaft bewegt sich auf seinen unsichtbaren Gleisen, erscheint, wo es zu erscheinen hat, sagt und spricht das zu Erwartende. Alles, wirklich alles, ist geregelt: wer wem den Vortritt lässt, welcher Spaziergang…