Buchplausch mit Anne und Anja

Ich weiß, ich weiß, so geht es den meisten Frauen: Wir hören uns selbst in einer Aufnahme und möchten am liebsten vor Scham im Boden versinken. Können wir ja eh gut; an uns ist immerzu irgendetwas nicht ganz so, wie es angeblich sein sollte. Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, zu frech, zu schüchtern, zu spießig, zu sexy … Habe ich was vergessen? Kaum, mehr Eigenschaften werden Frauen oft noch immer nicht zugestanden. Was sehr lieb ist, dann scheitern wir an nicht noch mehr Dingen.
Die Autorin kichert albern und eine kleine Stimme wispert ihr zu, sie solle sagen, das sei ironisch gemeint, worauf sie empört innehält und erklärt, dass ihre Leserinnen sehr wohl in der Lage sind, Ironie zu erkennen, vielen Dank auch!
Gut. Ich weiß das alles und ich finde es so dämlich wie wir alle. ABER trotzdem: Ich mag meine Stimme nicht. Gar nicht. Ich bin nicht fotogen und ich bin nicht audiobegabt, sozusagen. Leider. Wirklich. Ich würde gerne wunderbar singen können. Oder einfach nicht ganz so nasal und hoch klingen, wenn ich spreche, zumal, wenn ich etwas aufgeregt bin und ein Thema mich mitnimmt. Und eigentlich finde ich es ganz furchtbar peinlich, dass ich mich hier unendlich lange entschuldige und wende und blubbere, anstatt einfach den Link zum Buchplausch zu posten, zu dem Anne und Anja mich eingeladen hatten.

Dabei war das nicht einmal mein erster Pordcastauftritt. Den ersten habe ich schon vor etwa vier Jahren absolviert. Damals war ich als Michou loves Vintage unterwegs, habe gestrickt, genäht und meine eigenen Schnitte konstruiert. Die Nähbloggerinnenszene war (und ist es bestimmt auch noch) eine sehr angenehme Ecke im Netz, in der unglaublich viele kluge, witzige und empathische Frauen ihr Unwesen treiben.
Unter anderem Muriel von Nahtzugabe 5cm, die diesen Podcast ins Leben gerufen hat und ihn noch immer betreibt; da lohnt sich das Reinhören immer, wenn man sich für alle Themen rund ums Kleidungherstellen interessiert. Was doch einige meiner Lesefreundinnen tun.

Und dann möchte ich auch nicht das feministische Gespräch mit der wunderbaren Franziska unterschlagen, das sie mit mir für das Literatur Radio Hörbahn geführt hat. Mittlerweile ist Franziska ganz zu recht fest in der Lesewelt als Gesprächspartnerin etabliert. Zum Interview kommt ihr über diesen Link.
Die Autorin sitzt mit roten Wangen auf ihrem Sofa und ist peinlich berührt bei der Vorstellung, dass irgendjemand sich verpflichtet fühlen könnte, all das anzuhören. Im Gegenteil möchte sie noch immer warnen, es auf keinen Fall zu tun. Außer vielleicht, man hat gerade wirklich gar nichts Besseres zu tun.