Emmas Familie

Nicht ganz unwichtig für uns alle ist es ja, wer uns großzieht und in welchen Verhältnissen wir aufwachsen. Dasselbe gilt für Emma, die aus einer bunten Familie stammt, deren Wurzeln in Deutschland, England, Schottland und Frankreich liegen.  Damit nicht genug, waren sowohl ihr Papa als auch der Großvater  und sogar Tante Sybil je zweimal verheiratet - das mag irgendwann einmal eine Rolle spielen, ja nachdem, was mir für Emma einfällt in der Zukunft. Und damit wir uns das leichter merken und vorstellen können, hat Emma sich die Mühe gemacht, ihre nähere Familie aufzumalen.

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Omelette au commissaire

Kommissar Wertheim liebt schlichte, doch schmackhafte Speisen. Soll es schnell und herzhaft sein - und war er am Vortage klug genug, einige gekochte Kartoffeln aufzubewahren! - so gibt es sein Omelett, dass bei Freunden wie Freundinnen gleichermaßen beliebt ist. Benötigt werden: 3 Eier, 1 Klecks Margarine, geraspelter Käse (eine gute Handvoll), 3 Champignons, 1 große gekochte Kartoffel, 1 feingehackte Zwiebel, Salz, Pfeffer, getrockneter Estragon. Dazu 1 Pfanne, 1 Gabel, 1 Schüssel, 1 Pfannenwender. Zunächst die feingehackte Zwiebel in der ausgelassenen Margarine glasig dünsten. In der Zwischenzeit die Champignons putzen und in feine Scheiben schneiden, diese zu den Zwiebeln geben. Dann…

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Polperro, Cornwall

Unter Emma lag die Bucht mit dem kleinen Hafen, um den sich Polperro schmiegte. Schmale Häuser aus Granit, manche rau und dunkel, andere weiß getüncht, formten enge Gassen, die vom Wasser hoch zu den Klippen stiegen. Keine Brise wehte vom Meer her; dieser August brachte Sonnenschein und eine drückende Hitze, wie sie in Cornwall selten herrschte. Vor dem späteren Rückweg hoch zum Häuschen graute Emma. Aber besser das, als den ganzen Tag Sybils Klagen anzuhören. Mit langen Schritten spazierte sie die steilen Straßen hinunter, immer wieder anhaltend, um die Aussicht und ihre momentane Freiheit zu genießen. Polperro war überschwemmt von…

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Ägypten

Über eine Illustration im gestern vorgestellten Buch habe ich mich übrigens besonders gefreut, weil sie Bezug zu meiner Geschichte hat. Bezug weshalb? Der im Titel genannte "verschwundene Professor" ist zufällig Ägyptologe und Emma träumt davon, das Land einmal zu sehen. Wer weiß, vielleicht wird das eines Tages wahr?Zumindest habe ich eine vage Idee von Emmas Aufenthalt dort und sollte ich sie dorthin verfrachten, so wird sie mit Sicherheit mehr Zeit als gewünscht in einer dunklen Pyramide verbringen müssen - ein bisschen gruselig darf es ruhig einmal werden, oder nicht?

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„Bin ich reich genug, eine Dame zu sein?“

So lautet die Kapitelüberschrift eines Buches aus dem Jahre 1928, erschienen also ein bis zwei Jahre, nachdem Emma nach Bonn zurückkehrte. Paula von Reznicek schrieb es unter dem Titel "Die perfekte Dame" und es beschäftigt sich - mitunter sehr kryptisch und vage - mit allen Themen, die die Neue Frau wohl bewegten: Von Mode bis Sport, von Auto bis Liebesleben - alles wurde auf ein bis zwei Seiten besprochen. Ob es ein hilfreiches Brevier war? Sicherlich nicht mehr und nicht weniger, als es solche Ratgeber heute sind. Was aber damals wie heute gefällt, sind die wunderbaren Skizzen und Zeichnungen in…

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Emmas Leseliste

Natürlich liest Emma. Sie liest mit Begeisterung und so kann es nicht ausbleiben, dass sie gerne über Bücher spricht, sich austauscht und empfiehlt. Als sie nun nach Bonn zurückkehrt, um nach ihrem Vater zu suchen, liest sie die folgenden Romane oder erinnert sich an sie: Da ist - natürlich, möchte ich bald sagen - Elizabeth von Arnim, die 1898 ihren ersten Roman veröffentlichte und in den nächsten vierzig Jahren sehr unterschiedliche Themen aufgriff, die sie größtenteils humorvoll verarbeitete. Doch unter dem Witz liegen mitunter bitterböse Beobachtungen. Verzauberter April ist 1926 zum ersten Mal auf deutsch erschienen und ist eine Geschichte,…

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Schönheit: Wallis Simpson

Seit einigen Wochen bin ich wieder dem Charme der Dreißigerjahre erlegen - natürlich der Mode der Zeit, nicht der Zeit an sich; man kann so etwas nicht oft genug betonen. Diese schmale, gestreckte Silhouette, die dennoch viel Bewegungsfreiheit bietet und die sehr feminine Elemente mit sehr klaren Linien kombiniert, zieht mich an. Im doppelten Sinne.Sucht man nach Zeichnungen und Bildern dieser Mode, so stößt man unweigerlich auf Wallis Simpson. Und ist man erst einmal auf sie gestossen, so findet man zudem Hass und Häme, gemeine Gerüchte und übelste Nachrede. Nicht nur von ihren Zeitgenossen, sondern mehr noch von unseren. Und…

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Schönheit: Anne Boleyn

Nach dem Beitrag über Wallis Simpson überlegte ich, ob ich daraus nicht eine Serie machen könne und als erste Nachfolgerin fiel mir Anne Boleyn ein. Auf den ersten Blick mögen Wallis und Anne nicht viel gemein haben: die eine starb in dem Lebensalter, in dem die andere erst in der Öffentlichkeit auftauchte; eine wurde Königin, die andere nicht und vier trennende Jahrhunderte liegen ebenfalls zwischen ihnen. Aber die Gemeinsamkeiten sind stärker: beide wurden von einem König umworben und konnten sich dem nicht entziehen. Beide werden bis heute mit ganz ähnlichen Kommentaren und Ausdrücken bedacht. Und beide waren stilvoll, elegant, eloquent,…

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Schönheit: Anne Boleyn
At Hever Castle, Kent

Schönheit: Maria Stuart oder des Zwistes 1. Teil

Ich möchte mit zwei Feststellungen und einer Aussage  beginnen, dir mir wichtig ist: Ich bin keine Historikerin, bin nicht der Objektivität und der Überprüfung aller Quellen verpflichtet; es ist einfach ein Essay, zu dem mich diese Damen angeregt haben. Gut, das habe ich erledigt, um was geht es (mir)? Es geht um zwei Königinnen, es geht um Schönheit, um Weiblichkeit, um Machtstreben, Kontrolle, Gefühl und um die Wahrnehmung dieser beiden Frauen. Und es geht um den Streit, den viele zum Mittelpunkt ihrer Betrachtung und Bewertung machen. Aber so versucht ich bin, jetzt schon genau zu erklären, was ich meine: das…

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Schönheit: Elisabeth I. oder des Zwistes 2. Teil

Ohne lange Vorrede geht es los mit Elisabeth Tudor, Königin von England, nach der als erster ein Zeitalter benannt wurde und die England zur Seemacht führte. Elisabeth wurde am 7. September 1533 als Tochter Anne Boleyns und Heinrich VIII. geboren und ihr erster Eindruck von dieser Welt muss wohl Enttäuschung gewesen sein: sie war nicht der erwartete männliche Thronfolger, ihr Vater kein liebender Beschützer und ihre Mutter würde nicht mehr lange für sie da sein - kein schöner Beginn. Und es blieb holprig, schwierig und gefährlich in ihrer Kindheit und Jugend. Nach der Hinrichtung ihrer Mutter und der Geburt ihres…

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Schönheit: Des Zwistes 3. Teil

Maria Stuart war nun also die Flucht aus ihrer Haft gelungen und stand auf englischem Boden und wir mit ihr. Schauen wir mal, ob wir wieder hinein finden in die Geschichte. Dass sie dort stand, wird - wen wundert's - ganz unterschiedlich gewertet: als plumper Versuch, die englische Krone zu ergattern, als Dummheit ohne Boden, als Verzweiflung ohne Ende oder schlicht als Naivität. Vielleicht war es von allem ein wenig, vielleicht aber auch ein Beweis dafür, dass Maria es in den letzten Jahren doch ernst nahm mit ihrem Versuch, eine Versöhnung, eine Freundschaft zwischen sich und ihrer Cousine Elisabeth herzustellen…

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Schönheit: Marie Antoinette – von Wien nach Paris

Vor 222 Jahren, zweieinhalb Wochen vor ihrem 38. Geburstag, verlor Marie Antoinette ihren Kopf zum letzten Mal. Und ist damit die dritte Königin in meiner Schönheitsreihe, die eines gewaltsamen Todes starb. Doch während Anne Boleyn und Maria Stuart als Königinnen und in einer ungefähren Privatheit starben, eingehüllt in morbide Würde und dem Bewußtsein historischer Bedeutung, wurde Marie Antoinette einer blutberauschten, feindlichen Menge vorgeführt. Doch nicht nur der Tod verbindet diese drei Frauen: Frankreich mit seiner Kultur, seiner Mode, seiner Redekunst spielte eine wichtige Rolle für jede von ihnen. Dazu wurden und werden alle drei bis heute als Schlampen, als unsittliche…

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Schönheit: Marie Antoinette – von Paris nach Versailles

Versailles, das Schloß, seine Gärten und Parks sind Pracht, Perfektion und Pomp. Sein Hof ist frivol, bigott, geistreich: ein Bonmot zählt mehr als Freundschaft, Affären sind prickelnder Zeitvertreib und Spiel mit dem Feuer - manchmal treffen Hohn und Spott die Betrügenden, machmal den Betrogenen und zerstören Karriere und Fortkommen. Doch was an der Oberfläche spielerisch, unmoralisch erscheint, ist durch ungeschriebene Gesetze streng geregelt; was dem einen recht ist, ist dem anderen noch lange nicht billig. Ein jedes Mitglied dieser Gesellschaft bewegt sich auf seinen unsichtbaren Gleisen, erscheint, wo es zu erscheinen hat, sagt und spricht das zu Erwartende. Alles, wirklich…

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